Wie sollte man sich nun richtig ernähren, um gesund zu leben und der Umwelt möglichst wenig zu schaden? Gar nicht so einfach zu beantworten. Die Zusammenhänge und Auswirkungen unserer Ernährungsweisen sind sehr Komplex und oft steht man ja vor einer Wahl wie: Plastikverpackte Bio-Ware oder unverpackte konventionelle Ware.

Wir haben uns die viel diskutierten Themen Lebensmittelverschwendung, vegane Ernährung und die Frage „Bio oder regional?“ angesehen und einiges Wissenswertes herausgefunden. Ein leckeres Hummus-Rezept haben wir zur Zwischen-Stärkung auch noch im Artikel versteckt.

Lebensmittelverschwendung

Laut aktuellen Schätzungen hungern weltweit etwa 800 Millionen Menschen. Im Gegensatz zu den hungernden Menschen steht, dass weltweit etwa ein Drittel der Lebensmittel weggeschmissen wird.

Die Wertschätzung für unsere Lebensmittel geht immer mehr verloren, vor allem durch das Überangebot in den Supermärkten und ein zu hinterfragendes Mindesthaltbarkeitsdatum. Etwa die Hälfte der weggeschmissenen Lebensmittel hätte vermieden werden können. Oftmals liegt es an einer schlechten Planung und dem bereits erwähnten Haltbarkeitsdatum, welche eine große Menge an noch genießbaren Lebensmitteln im Müll landen lassen.

Prozentual werden vor allem Milchprodukte häufig weggeschmissen. Oftmals werden jedoch auch unperfektes, oder nicht der Norm entsprechenden Gemüse und Obst bereits vor Eintritt in den Handel aussortiert. Eine Zahl, die uns besonders umgehauen hat, ist, dass pro Sekunde etwa 517 kg Lebensmittel in Deutschland weggeschmissen werden.

Lebensmittel, die nicht gegessen, sondern weggeschmissen werden, sind unnötig verbrauchte Ressourcen, Fläche und natürlich auch Geld.

Grundnahrungsmittel vs. Fleischkonsum

Ein großes Problem stellt unser immer größer werdendes Verlangen nach Fleisch dar. Dadurch wird wertvolle Anbaufläche für Futtermittel anstatt für Grundnahrungsmittel verwendet. Es ist demnach vor allem wichtig, die Landwirtschaft in den Ländlichen und ärmeren Regionen möglichst nachhaltig und sozial verträglich zu gestalten.

Lebensmittelverschwendung und was du dagegen machen kannst

Was kannst du also tun?

  •  Kaufe bewusst ein: Kaufe wirklich nur das, was du benötigst und nicht zu viel
  •  Schmeiße Karottenreste/Ingwerschalen/Selleriestängel nicht weg, sondern koche eine Suppe daraus.
  •  Friere Essensreste ein, anstatt sie wegzuschmeißen
  •  Werde kreativ mit deinen Resten. Aus Tomatensoße wird eine Pizza, ein paar Nudeln zu einem Nudelsalat, oder Kartoffeln zu Bratkartoffeln
  • Koche generell mehr, damit bekommst du ein gutes Gefühl, wie viel man einkaufen muss, wie viel Lebensmittel kosten und was man eigentlich braucht.

Vegan – Klimafreundliche Ernährung?

Bei insgesamt 24,3 Menschen in Deutschland wird zumindest einmal in der Woche vegan gegessen und veganes Hackfleisch ist derzeit in aller Munde. Man wird überhäuft mit oft widersprüchlichen Informationen über den Nutzen von veganer Ernährung, über unterschiedliche Ernährungsweisen und deren Einfluss auf die Natur. Wir zeigen ein paar positive Umwelt-Auswirkungen von veganer Ernährung auf und dass man als Veganer auch besser Fertigprodukte sparsam konsumiert und saisonale Lebensmittel bevorzugt.

Vegane Ernährung kann CO2 reduzieren

Insgesamt trägt die Art, wie wir uns ernähren zu 20 % zu unserem Fußabdruck bei. Auf das Jahr gesehen entspricht das im Durchschnitt in Deutschland 2 Tonnen CO2-Äquivalente. Wenn sich ein Mensch vegetarisch ernährt, reduziert sich diese Menge um etwa ein Drittel. Bei einem Veganer sogar um die Hälfte.

Die CO2-Reduktion hängt eng mit dem geringeren Bedarf an Agrarland für die Produktion der pflanzlichen Lebensmittel zusammen. Dadurch kann im Umkehrschluss wieder mehr Fläche an die Natur zurückgegeben werden und dann mehr CO2 gebunden werden kann. Bei pflanzlicher Ernährung erhöht sich die Anzahl der Menschen, die von den zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen ernährt werden können, außerdem signifikant.

Weniger (vegane) Fertigprodukte

Ein weiterer Faktor, der neben zur Reduzierung des CO2 Abdruckes führt, ist die Verringerung des Konsums von Fertigprodukten. Das klingt einleuchtend, denn die Produktion des veganen Hackfleisches bedarf beispielsweise wesentlich mehr Energie und Ressourcen als die Ernte eine Kartoffel.

Saisonale (vegane) Ernährung

Es ist immer auch die Frage, wann man etwas konsumiert. Auch wenn Himbeeren vegan sind, handelt man nicht ökologisch verantwortungsvoll, wenn man diese im Dezember kauft. In diese Kategorie zählen auch Bananen, Kokos und natürlich Avocados. Diese werden nicht bei uns angebaut, sondern kommen aus Übersee. In den Anbaugebieten werden sie in schädlichen Monokulturen angebaut und dann zu uns geschifft.

Wie sähe es aus, wenn auf einmal alle vegan wären?

Eine Forschergruppe aus den USA hat anhand einer Computersimulation den unwahrscheinlichen Fall beleuchtet, dass die USA sich vegan ernähren würden. Insgesamt 29 Millionen Hektar Fläche, die landwirtschaftlich genutzt wird, könnte eingespart werden, sowie drei Millionen Tonnen Stickstoffdünger. Insgesamt würden in diesem Modell 280 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente eingespart werden können. Dieses Modell berücksichtigt jedoch nicht Unterschiede in den Klimavoraussetzungen, welche zu unterschiedlichen Arten der Landwirtschaft führen. Außerdem wurde das Modell nicht in Zusammenarbeit mit Ernährungswissenschaftlern entwickelt. Somit kann nicht sichergestellt werden, ob die verwendeten Nahrungsmittel einer gesunden Ernährung entsprechen. Spannend fanden wir die Zahlen dennoch.

Nachhaltigkeit, Informationen

Schneller Hummus als veganer Snack

Beim vegetarischen und veganen Kochen kann manchmal schon ein bisschen dauern, bis das ganze Gemüse geschnitten ist. Danach dann noch groß was daraus zu kochen raubt einem nach einem stressigen Tag den letzten Nerv. Aber es geht auch schnell und einfach, wie man beim Klassiker „Hummus“ sehen kann. Hier unser schnelles Rezept für einen gesunden, leckeren und veganen Snack oder Brotaufstrich:

  • 1 Dose Kichererbsen
  • 2-3 EL Tahini
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 3-4 EL richtig kaltes Wasser (Eiswasser macht den Hummus schön cremig)
  • Saft einer Zitrone
  • Salz
  1. Vorbereitung: Lasse die Kichererbsen in einem Sieb abtropfen und schäle den Knoblauch
  2. Gebe alle Zutaten in einen Mixer. Alternativ kannst Du auch einen Pürierstab und eine Schüssel verwenden. Püriere alles gut durch bis eine cremige Paste entsteht
  3. Nach dem mixen kannst Du je nach Bedarf noch etwas Salz, mehr Wasser oder Chili dazugeben.

Zu unserem Hummus gab es Karotten, Sellerie, Paprika und Rettich.

Lasst es euch schmecken!

Regional oder Bio?

Wir haben uns außerdem gefragt, was für unsere CO2 Bilanz am besten ist: Bio oder regional? Unser erster Gedanke war, dass sich der Konsum von regionalen Lebensmitteln stärker auf die Reduktion unseres CO2 Ausstoßes auswirkt als das Kaufen von Bio-Produkten, die bis zu unseren Geschäften unter Umständen einen weiten Weg zurückgelegt haben. Ist das wirklich so?

Grundsätzlich wird in Deutschland etwa 8,2 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche für ökologischen Landbau verwendet. Durch den steigenden Bedarf an Bio-Produkten kann der Bedarf nicht durch die heimischen Produkte gedeckt werden, daher kommen viele unser Bio-Lebensmittel aus anderen Ländern. Im direkten Vergleich sind hier regionale Bio-Produkte in Bezug auf die CO2-Bilanz zunächst besser, da der Ausstoß durch den Transport bei ansonsten gleicher Produktionsweise ausschlaggebend ist.

Regionale Lebensmittel

Für uns war es ziemlich offensichtlich, dass Äpfel und Gemüse aus Übersee eine wesentlich höhere Umweltbelastung mit sich bringen als Äpfel aus dem Bioladen nebenan. Wenn man nun aber nicht nur den Transport der Lebensmittel in den Bioladen, sondern auch unseren eigenen Einkaufsweg miteinbezieht, kann diese Bilanz kippen. Falls wir unseren Einkauf nämlich nicht mit dem Fahrrad oder zu Fuß machen, sondern stattdessen mit dem Auto, stoßen wir in etwa so viel CO2 aus, wie ein Apfel auf dem Weg von Argentinien nach Deutschland verursacht. Pro Kilometer emittiert ein normaler Mittelklassewagen ungefähr 140 g CO2. Der Grund für diese überraschenden Zahlen liegt darin begründet, dass bei dem Übersee-Transport eine große Menge an Äpfeln befördert werden und somit die CO2 Belastung pro Apfel geringer ausfällt.

Dass bei uns in der Region im Winter weder Erdbeeren noch Kiwis angebaut werden, war uns auch einleuchtend. Jedoch hat sich uns die Frage aufgedrängt, ob es dann nicht zu einem Vitaminmangel kommt, falls wir keine Früchte im Winter mehr essen würden? Wir haben zwar unglaublich großes Glück, dass wir auch im Winter Zugang zu Obst haben. Dieses Glück hatten jedoch erst die letzten zwei Generationen im Zuge der Globalisierung – zuvor hatte man noch keinen Zugang zu bezahlbaren Obst und Gemüse in dem Maße, wie wir es heute haben… und unsere Vorfahren haben schließlich auch die Winter überlebt, oder? Grünkohl, Brokkoli, oder auch Wirsing, die bei uns im Winter angebaut werden, haben einen hohen Anteil an den benötigten Vitaminen und sind damit der ökologischere Nährstofflieferant.

Regional = besser?

Allerdings ist unsere Vorstellung von Regionalität oft nicht ganz zu Ende gedacht und beschränkt sich auf eine Unterscheidung zwischen „aus Deutschland“ oder eben „nicht aus Deutschland“. Die Äpfel aus Tschechien haben jedoch einen kürzeren Weg in den Osten von Deutschland als das Obst aus Niedersachsen. Genauso ist es beim Käse aus Frankreich, der unter Umständen schneller in Baden-Württemberg ist, als der aus Bayern. Das Gute aber gleichzeitig auch Herausfordernde ist, dass wir als Verbraucher durch die bereitgestellten Informationen die Möglichkeit haben, zu entscheiden, was wir kaufen und was nicht.

Pestizide

Ein besonders positiver Punkt für die Produkte aus der Region ist, dass das Obst und Gemüse voll ausgereift ist und durch die kurzen Transportwege auch frisch verkauft wird. Beim regionalen Anbau sollte man jedoch darauf achten, dass bestimmte Lebensmittel mehr mit Pestiziden behandelt werden als andere. Dazu kommt, dass einige Pflanzen die Giftstoffe aus dem Boden vermehrt aufnehmen und dann an uns weitergeben.

Besonders viel nehmen beispielsweise Bohnen auf. Dort konnten bis zu 60 unterschiedliche Pestizide gefunden werden. Bei den Äpfeln sieht es nicht viel besser aus, dort betrug die Zahl 36. Vor allem Erdbeeren, Trauben, Paprika, Apfel, Kürbis, Bohnen, Tomaten, Sellerie, Kartoffeln, und Tomaten sind in der konventionellen Landwirtschaft stark belastet. Zu unterscheiden ist jedoch, ob die Pflanzen von außen stark mit Pestiziden belastet sind, wie die Banane, oder aus dem Boden die Pestizide aufnehmen, wie beim Kürbis.

Um Pestizide bei der herkömmlichen Landwirtschaft zu vermeiden, ist es am besten, den Landwirt direkt zu fragen. Schälen alleine reicht leider nicht aus, um die Giftstoffe wieder loszuwerden, vor allem enthält die Schale wichtige Vitamine. Gründliches Waschen ist sehr wichtig und danach sollte das Obst mit einem Microfasertuch fest abgerieben werden. Hier findet ihr mehr Informationen zu dem Thema.

Bio-Lebensmittel

Der Prozess der Bio-Zertifizierung ist teuer. Oftmals können oder wollen sich insbesondere kleine Betriebe die auch sehr zeitintensive Zertifizierung nicht leisten, auch wenn ihre Produktionsmethoden dem Standard entsprechen würden. Im Umkehrschluss bedeutet das also, dass die Produkte ohne Siegel nicht in allen Fällen weniger gut sind. Außerdem folgen die verschiedenen Siegel auch verschiedenen Maßstäben. Man kann vor allem bei einer Zertifizierung mit dem EU-Bio-Siegel nicht immer davon ausgehen, dass die Sozialstandards und die fairen Arbeitsbedingungen eingehalten worden sind. Wenn wir also regionale Lebensmittel einkaufen, können wir davon ausgehen, dass zumindest die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten worden sind und die Arbeiter fair entlohnt worden sind.

Fazit

Bio ist vor allem deshalb sinnvoll, weil bei dem Anbau auf Pestizide und synthetischen Dünger verzichtet werden. Außerdem hat der Tier- und der Naturschutz einen hohen Stellenwert und es wird der Erhalt der Arten gefördert. Wenn man Bio-Lebensmittel kauft, kann davon ausgegangen werden, dass weniger Zusatzstoffe verwendet worden sind, was bedeutet, dass beispielsweise weniger Geschmacksverstärker verwendet worden sind. Wir haben für uns festgestellt, dass der Kauf von regionalen und saisonalen Obst und Gemüse aus vielerlei Gründen sinnvoll ist. Wenn wir dann auch noch mit dem Fahrrad oder zu Fuß in dem Biomarkt unseres Vertrauens die Besorgungen erledigen, sind wir auf der sicheren Seite.

Warum nicht mal selbst Gemüse anbauen?

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Quellen:

https://www.duh.de/themen/recycling/abfallvermeidung/lebensmittelverschwendung/
https://www.presseportal.de/pm/22521/4400204

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