Bienensterben

Wenn es um Bienensterben geht, steht oft die bekannte Honigbiene als Blütenbestäuber im Vordergrund. Hier handelt es sich aber um eine hochgezüchtete Rasse, die so nicht in der Natur vorkommt. Leider verdrängt sie teilweise ihre wilden Schwestern. Dazu zählen Hummeln, Pelzbienen, Mauerbienen, Hosenbienen. Es gibt insgesamt 560 Wildbienenarten in Deutschland, deren Großteil schon auf der roten Liste steht.

Wenn wir Bienen schützen wollten, sollten wir das nicht synonym mit dem Schutz der Honigbiene verstehen, sondern uns vor allem auf den Erhalt der Wildbienen fokussieren. Denn aus ökologischer Sicht ist der Verlust der Wildbienen schwerwiegender als die Ausfälle der Honigbienen. Die wilden Schwestern der Honigbiene leiden noch mehr unter dem Verlust der Vielfalt in unserer Natur.

Bienen, Bienensterben

6 Tipps für den Erhalt der (Wild-)Bienen

  1. Chemiefreie Pflanzen kaufen
    Insektizide machen Bienen orientierungslos und kommunikationsunfähig. Wir kaufen darum nur Pflanzen für Garten oder Balkon, die ohne Chemie aufgewachsen sind. Wie ihr schon wisst, lieben wir es unsere Pflanzen selbst auszusäen, da wir dann ganz genau wissen, dass wir einen bienenfreundlichen Balkon beziehungsweise Garten haben. Unerwünschte Insekten halten wir durch Mischkulturen fern.
  2. Gezielt „bienenfreundliche“ Pflanzen aussäen oder kaufen
    Pflegeleichte und nahrhafte Beispiele sind Zitronenmelisse oder Sonnenhut. Das Saatgut zu bienenfreundlichen Blumen findet ihr auch in unserem Kinderbuch Emi Brillenbiene.
  3. Selten mähen
    Wir mähen einen Teil der Wiese nur zwei Mal, sodass Wildkräuter wachsen können.
  4. Einfach mal im Garten faul sein
    Wenig gießen, kein Düngen, alte Baumstämme liegen lassen und nur ein bis zwei Mal im Jahr den Rasen mähen. Brachflächen werden bei uns immer weniger und so finden Wildbienenarten nur selten Nistmöglichkeiten. Sie nisten im Boden und sammeln Pflanzen, die auf dem kargen Boden wachsen. Also einfach in die Hängematte legen und zur Belohnung Schmetterlinge und Bienen beim fleißig Sein beobachten. Und keine Angst vor Bienenstichen – Wildbienen müssen keinen Stock verteidigen und sind deshalb nicht aggressiv. Ihr kleiner Stachel kann außerdem kaum die Haut des Menschen durchdringen.
  5. Honig vom lokalen Imker kaufen
    Beim Thema Honig scheiden sich bei uns die Geister. Fest steht: wenn überhaupt, kaufen wir Honig vom lokalen Imker. Bis zu 70-80 Prozent des konsumierten Honigs in Deutschland stammen bisher aus Importen, vor allem aus Lateinamerika, Spanien, Bulgarien und China. Den einheimischen Honig gibt es wegen der geringen Liefermengen nur selten im Supermarkt. Wir kaufen den Honig daher direkt am Hof der Imker, auf dem Wochenmarkt oder über kleine Lebensmittelhändler wie Bäckereien.
  6. Aktiv Lebensräume bieten
    Bienenhotels lassen sich ganz einfach aus alten Holzscheiben oder kleinen Pappröhren bauen. So können wir Wildbienen ein Zuhause bieten.

Unsere Lese- und Filmtipps zum Thema:

  • Buch-Tipp: Das Buch „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde habe ich nur so verschlungen. Beim Lesen des Romans machen sich teilweise schon beklemmende Gefühle breit, da das Problem des Bienensterbens sehr real ist.
  • Film-Tipp: Den Dokumentar-Film „MORE THAN HONEY“ fanden wir ziemlich erschreckend. Die Doku zeigt auf, was wir Menschen diesen kleinen Helden antun und rüttelt ziemlich auf.
  • Spannender Blog-Artikel über das Für und Wider von Imkern und dem Kauf von Honig: „Mehr als Grünzeug

Artensterben

Beim Thema Artensterben denken wir doch sofort an die typischen Bilder. Der arme Eisbär, der auf einer kleinen, schmelzenden Eis-Scholle steht. Der süße Orang-Utan, der sich auf den letzten ihm verbleibenden Bäumen festhält, weil wir ihm mit unserem Bedarf an Palmöl den Lebensraum streitig machen. Irgendwie ist alles so weit weg und komplex. Und wir können doch eh nicht viel ändern.

Pusteblume!

Wir haben entschieden, dass es keinen Sinn macht nur über das Verhalten anderer Länder, anderer Menschen oder der Politik zu meckern. Wir wollen konkret etwas dagegen tun. Und im Kleinen etwas verändern. David gegen Goliath oder so. Geht es dir genauso?

Wir haben einige Tipps, was Du konkret tun kannst, um Bio-Diversität zu fördern und etwas gegen das Artensterben zu tun.

Altes Saatgut anbauen

Alte, samenfeste Sorten verschwinden. Stattdessen wird in der konventionellen Landwirtschaft nur noch eine ausgewählte Anzahl an Hybridpflanzen angebaut. Die Hybridpflanzen gleichen sich zwar und sind rentabler, dafür machen sie der Vielfalt einen Strich durch die Rechnung. Welche Samensorten verkauft werden dürfen, ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Es bedeutet Aufwand und Kosten, Sorten nach dem Saatgutverkehrsgesetz zuzulassen. Das begünstigt die großen Saatgutkonzerne und bringt die genetische Vielfalt in Gefahr.

Lass uns deshalb gemeinsam für die Vielfalt und gegen Artensterben kämpfen: für rote Kartoffeln, blaue Bohnen und all die weiteren Schätze. Der Kalender „Vergessene Sorten“ enthält genau solches Saatgut. Im Recycling-Papier verarbeiten wir samenfeste, biozertifizierte Samen.

Durch die Wahl der Blumenerde Arten schützen

Blumenerde enthält oft Torf, für den wertvolle Moore zerstört werden. Dadurch wird der Lebensraum von seltenen Pflanzen- und Tierarten zerstört und große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Moore bedecken nur drei Prozent der globalen Landfläche, aber speichern 30 Prozent des terrestrischen Kohlenstoffs. Mit dem Abbau von Torf werden riesige Mengen an Treibhausgasen frei gesetzt und beschleunigen den Klimawandel. Wir achten beim Kauf unserer Blumenerde deshalb darauf, dass diese ohne Torf ist, kaufen sie von regionalen Kompostwerken und kompostieren selbst.

Durch deinen Einkauf ein Zeichen setzen

Dein Einkauf ist wie ein täglicher Stimmzettel für den Erhalt der Bio-Diversität. 98 % der heutigen Biomasse bestehen aus Menschen und den für die Lebensmittelproduktion gezüchteten Tieren, was eine enorme Verdrängung von Wildtieren und Insekten bedeutet. Eine Langzeitstudie zeigt, dass die Biomasse der Fluginsekten und damit oftmals der Bestäuber um 75 Prozent zurückgegangen ist. Bei einem Totalverlust an Bestäubern müsste man Schätzungen zufolge mit Ernteeinbrüchen um bis zu 90 Prozent rechnen. Massentierhaltung, die industrielle Landwirtschaft und mangelnder Lebensraum in den Städten stellen damit eine der Haupt-Ursachen für Artensterben und Lebensraumzerstörung dar. Eine Ernährung mit überwiegend pflanzlichen, biologisch angebauten Lebensmitteln aus deiner Region hat eine enorme Auswirkung auf den Erhalt von Bio-Diversität.

Hilf Bienen kinderleicht

Unser Kinderbuch Emi Brillenbiene erzählt von Bienchen und Blümchen und enthält 6 Samenkärtchen zum Anpflanzen.

12 Monate Pflanzenvielfalt

Unser Wachsende Kalender „Vergessene Sorten“ sorgt dafür, dass alte Gemüsesorten wieder Platz in unseren Gärten finden.

Quellen:

https://www.egarden.de/downloads/11/5/2/9/9/9/ratgeber-fuer-bienenfreunde.pdf
https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-04/bienensterben-ursachen-pestizide-imker-klimawandel
https://www.deutschland-summt.de/bienensterben.html
https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/naturschutz/moorschutz/torffreies_g__rtnern_prezi_final.pdf
http://www.cowspiracy.com/facts/
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22683.html
https://www.zerowastefamilie.de/