So ärgerlich Verpackungen und Müll auch sind, so nützlich können sie für das Ansetzen von Pflanzen sein. Statt alles in den Müll zu werfen, funktioniert alles doch als Mini-Gewächshaus und DIY Anzuchtgefäße um! Ob Klopapier, Eierschalen oder Plastikverpackung – hier findet ihr nützliche Ideen.

Von März bis April ist eine gute Zeit für die Kultur von Setzlingen. Bis Mitte Mai haben sie genügend Zeit zum Keimen und Wachsen. Nach den Eisheiligen können sie dann nach draußen gesetzt werden.

Ist die Erde ganz durchwurzelt, muss pikiert werden, d.h. die Keimlinge müssen vereinzelt werden.

Anzuchtschalen aus Klo-Rollen

Anzuchtschalen aus Klorollen sind schnell gebastelt und können auch ganz kreativ gestaltet werden.

Für die Kressehasen, den ihr oben im Bild sehen könnt, braucht ihr:

  • eine Klopapierrolle pro Hase
  • ggf. kleine übrig gebliebene Tüten oder Folien und Tacker
  • Erde
  • (Kresse)-Samen
  • Stifte zum Bemalen

So bastelst du Anzuchtschalen aus Klopapier-Rollen:

Zuerst die Umrisse der Hasenohren auf die Klopapier-Rolle zeichnen und dann ausschneiden. Das klappt gut frei Hand… Dann geht’s ans Malen.

Wenn alles nach eurem Geschmack angepinselt ist, den unteren Rand der Klopapierrolle rundherum einschneiden und die Enden nach innen eindrücken. Danach müsst ihr die Hasen nur noch mit Erde und den Kressesamen befüllen und angießen. Da die Klopapierrollen ideal als Anzuchtgefäß sind, könnt ihr sie natürlich auch für jedes andere Saatgut verwenden.

Wenn die Klorollen-Anzuchtschalen mal in ein Beet umgetopft werden sollen, könnt ihr sie direkt so umtopfen, denn das Papier baut sich irgendwann von selbst ab. Andernfalls könnt ihr die Klorollen mit alten Tüten oder Folien auslegen und ggf. festtackern, sodass sie länger halten und die Pappe nicht durchweicht.

Wir haben dieses kreative Kresse-Beet bei Schwesternliebe&Wir entdeckt. Alternativ kann man aus den Klorollen auch Anzuchtschalen falten.

Anzucht in PET-Flaschen

Leider gibt es auf viele Plastikflaschen immer noch keinen Pfand und sie werden nicht gut recycled. Um den Flaschen einen zweiten Nutzen zu geben, könnt ihr sie als Pflanzentöpfe verwenden. Da sie natürlich nicht besonders viel Platz bieten, eignen sie sich besonders für die Anzucht von Pflanzen.

1. Flasche durchschneiden: Dazu am besten einen scharfen Cutter verwenden. Mit einer Schere klappt es aber auch gut.

2. Abflusslöcher stechen: Den unteren Teil verwenden und mit der Schere oder am besten einem Bohrer kleine Löcher bohren. Dann kann das Wasser später abfließen.

3. Gestalten: Dann könnt ihr eure Flasche noch schön gestalten. Wir haben unsere zum Beispiel mit Papier beklebt und an der Flasche oben zwei Zacken stehen lassen, sodass es am Ende ein Katzen-Topf wird.

Wenn ihr etwas mehr Zeit habt, könnt ihr eine Flaschenampel bauen. Das ist sozusagen ein vertikales Beet, wenn ihr nicht so viel Platz habt. Dadurch, dass es in die Höhe geht und nicht in die Breite, passt es auch in Küche oder auf den Balkon.

Anzuchttopf aus Tetrapak

Du brauchst lediglich:

  • Tetrapack
  • Schere

Vom Tetrapack haben wir die oberen 15 cm abgeschnitten und danach die Haferdrink-Tüte gut ausgespült.

Dann haben wir sie zerknüllt und geknautscht, bis alles schön weich ist. Oben an der Nahtstelle könnt ihr die oberste Papierschicht dann ganz einfach ablösen und den Rand so oft umklappen, wie es euch gefällt. Ihr solltet am besten unten noch Abfluss-Löcher mit der Schere einstechen, damit keine Staunässe entsteht.

Wir haben unsere kleinen Gefäße dann mit Pflanzsprüchen verziert, die uns schon öfter mal im Kopf herumgesaust sind und natürlich mit unserem „Wo ein Wille ist, ist auch ein Beet“-Logo.

Als Alternative kannst du dein Tetrapack natürlich auch längs aufschneiden, das ist vor allem ganz am Anfang der Aussaat nützlich.

Anzuchtgefäß aus alten Konservendosen

Halt, Stopp!

Bevor du Konservendosen in den Müll schmeißt, kannst du sie noch mal als Pflanzenbehälter verwenden.

Auch hier gilt wie immer: Abflusslöcher sind das A und O. Du kannst sie mit einem Metallbohrer oder mit Hammer und Nagel in den Boden bohren.


Wir hatten von einer Bastelaktion noch ein bisschen Acryl-Farbe übrig und damit wurden die Dosen direkt ein bisschen bunter. Du kannst sie aber auch mit alten Tapeten oder Naturkordeln aufhübschen. Oder mit Knöpfen, Zierbändern oder Bast.

Wir hatten von einer Bastelaktion noch ein bisschen Acryl-Farbe übrig und damit wurden die Dosen direkt ein bisschen bunter. Du kannst sie aber auch mit alten Tapeten oder Naturkordeln aufhübschen. Oder mit Knöpfen, Zierbändern oder Bast.

Eigentlich jeglichem Deko-Material, was dir in die Hände fällt und schwups, hast du deinen individuellen Pflanzentopf oder auch eine Blumenvase…

Übrigens: am besten du schmirgelst die scharfe Kante der Dose etwas ab. Damit du dich beim Befüllen der Dose später nicht schneidest…

Unsere Tomatillo-Pflanzen haben sich in den Konservendosen sichtlich wohl gefühlt.

Anzuchtgefäße aus Eierschalen

Gesäuberte Eierschalen können wunderbar zum Upcycling verwendet werden, um damit Samen vorzuziehen. Gleichzeitig sind sie perfekt dafür geeignet, dass die Pflänzchen nicht mit den Wurzeln anderer Sämlinge zusammenwachsen. Außerdem hat man sie oft zu Hause und sie können ganz einfach mit den Setzlingen eingetopft werden, ohne Wurzeln zu zerstören und die kalkhaltige Schale fungiert gleich mit als Dünger. Das ist vor allem für Gemüse-Pflanzen wichtig, die in der Regel Kalzium benötigen.

Achte allerdings darauf, nicht zu viele Eierschalen später mit ins Beet zu pflanzen. Denn zu viel Kalk kann den Boden auf Dauer auslaugen.

Mit transparenten Eierkartons aus Plastik geht es auch – sie haben den Vorteil, dass sie nicht aufweichen und wenn man den Deckel schließt, hat man gleichzeitig ein Mini-Gewächshaus.

Wir haben nämlich leider festgestellt, dass die Eierkartons aus Pappe sehr schnell zu schimmeln beginnen. Am besten du setzt die Eierschalen deshalb direkt in größere Töpfe.

Und das brauchst du dafür:

  • Einen Karton leere Eier
  • Erde (torffreie Anzuchterde)
  • Samen(papier)
  • Bleistift
  • Wasser zum Angießen

1. Den Deckel des Eierkartons kannst Du als doppelten Boden verwenden, sodass der Karton und damit unser Anzuchtset nicht zu schnell nass wird. Erst mal entfernen wir die innere Haut der halben Eierschalen mit einem kleinen Messer und waschen die Eierschalen von innen aus, damit die Erde später nicht anfängt zu Faulen.

2. Mit einem Bleistift oder einer Nadel stechen wir ein Loch in die Eierschale. Das Loch sollte größer sein, als man es beispielsweise beim Eierkochen stechen würde, denn hier kann das Wasser später abfließen und es kommt nicht zur Staunässe. Dann befüllen wir die Eierschalen mit einem Löffel mit torffreier Erde. Die Erde kann man beispielsweise in der Kompostieranlage der Nähe kaufen.

3. Jetzt kommt in je eine Schale ein Samen in die Erde.Der Bleistift kann dann noch mal zum Einsatz kommen, um ein kleines Loch in die Erde zu graben, wo der Samen dann eingesetzt werden kann. Am besten Du beschriftest kleine Schilder, damit Du später weißt, wo was eingepflanzt ist.

4. Jetzt heißt es gießen und abwarten. Das selbst gemachte Anzuchtset sollte feucht gehalten werden. Am besten spannst Du eine Folie darüber, sodass es nicht austrocknet.

5. Sobald die ersten Blätter sprießen, können sie mitsamt der Eierschale in einen größeren Topf gepflanzt werden.

PS: Aus Eierschalen kannst Du im Übrigen auch Flüssigdünger herstellen. Dazu musst Du nur Eierschalen von 1-2 Eiern zerkleinern (mit Mixer, Kaffee-oder Gewürzmühle oder einem Mörser) und das feine Pulver dann mit 1 Liter Wasser übergießen und für 12 Stunden stehen lassen. Das Wasser kannst Du dann durch ein feines Sieb in ein Gefäß abgießen und Du hast deinen selbst gemachten Bio-Kalkdünger.

Weitere Düngertipps findest du in unserem Blogartikel.

Anzuchtschale aus einer Obstverpackung

Das Praktische an den Plastikobstverpackungen sind die Löcher, die sowieso schon vorhanden sind. Hier fließt das Wasser gut ab, jetzt heißt es nur noch, einen Teller oder Untersetzer darunter legen.

Alternativ kann man auch zwei einzelne Schalen als Boden und Deckel zusammenkleben oder pinnen, Plastikschalen oder abgeschnittene PET-Flaschen kopfüber in die Erde stecken oder Gefäße mit Frischhaltefolie abdecken.

So verhinderst du Staunässe

Wichtig ist, dass du darauf achtest, dass keine Staunässe entsteht und sich im Gewächshaus nicht zu viel Kondenswasser sammelt. Regelmäßiges Lüften ist hier das A und O. Aus diesem Grund solltest du dein Mini-Gewächshaus mit einer Öffnung oder einem Deckel ausstatten, mit der frische Luft hereinkommen kann.

Inspiration für unsere Anzuchtgefäße haben wir uns unter anderem hier geholt:

Frag-Mutti.de, Gartenpflege-Tipps, Smarticular, Schwesternliebe&Wir, Hauptstadtgarten