Warum wir eine Gegenaktion zu Black Friday starten

Der 27. November ist ein besonderer Tag: Wir haben aus dem sogenannten Black Friday einen Green Friday gemacht – und unsere Kalender sind diesen Freitag um zehn Prozent teurer als sonst.

Wir wollen damit ein Zeichen setzen: Die zehn Prozent mehr stehen für bewussten Konsum, Klimaschutz und Konsumentenwirksamkeit. Was das genau bedeutet, erklären wir in diesem Blogpost.

Was passiert mit dem Geld aus unserem Green Friday?

Zunächst: Die zehn Prozent extra wandern natürlich nicht in unsere eigene Tasche – sondern wir legen nochmal so viel drauf und spenden die gesamte Summe an Fridays for Future.

Wir waren selbst schon häufig bei den Klimastreiks dabei. Leider können wir nicht so oft mitstreiken, wie wir möchten. Deshalb wollen wir Fridays For Future gemeinsam mit unseren Kund*innen mit dieser Aktion symbolisch und finanziell unterstützen. Mit den Spenden können sie beispielsweise Fahrtkosten für Referent*innen oder Material- und Technikkosten finanzieren.

Zugleich setzen wir so ein Zeichen, dass wir Konsumrausch durch künstliche Kaufanreize wie beim Black Friday nicht unterstützen wollen.

Wir wollen außerdem Fridays For Future außerdem nicht nur finanziell helfen, sondern ihnen diese Woche auch noch mal besonderes Gehör verschaffen. Deshalb haben wir Fabia, einer Pressesprecherin der Klimastreik-Bewegung, sieben Fragen zum Thema „Black Friday“ gestellt.

Sind wir gegen den Black Friday?

Natürlich haben wir nichts dagegen, wenn du schon länger für einen neuen Drucker, eine Waschmaschine oder einen neuen Mantel gespart hast und nun den Black Friday als günstige Gelegenheit nutzt. Das machen wir genauso.

Die Aktion Green Friday bedeutet auch nicht, dass wir den Einzelhandel generell kritisieren, wenn er sich an solchen Rabattevents beteiligt. Wir als Unternehmen wissen auch, wie wichtig es ist, Geld zu verdienen.

Doch wir wollen unsere nachhaltigen Produkte auch nachhaltig verkaufen. Das heißt, dass nur diejenigen unsere Kalender erwerben sollten, die sie auch wirklich haben wollen – unabhängig von aktuellen Rabattaktionen.

Wie wir mit unseren Produkten das Klima schützen und sie so nachhaltig wie möglich produzieren, kannst du in diesem Blogartikel nachlesen.

Unsere Tipps für bewussten Konsum

Beim Thema Konsum sollte sich jeder an die eigene Nase fassen: Auch wir kaufen manchmal Dinge, die wir eigentlich gar nicht brauchen – nur, weil sie eben gerade reduziert sind und die Verlockung groß ist. Für Impulskäufe haben wir also volles Verständnis!

Trotzdem möchten wir dazu anregen, vor jedem Kauf zu überlegen: „Brauche ich das wirklich?“ „Kann ich etwas auch Secondhand kaufen, reparieren oder ausleihen?“ „Gibt es Möglichkeiten, bei diesem Kauf Verpackungsmüll zu vermeiden oder zu reduzieren?“

Unsere Erfahrung ist: wenn man sich diese Fragen vor jedem Kauf stellt, wird es wesentlich leichter, nachhaltig, und ohne „Konsumkater“ einzukaufen.

Wann macht Kaufen glücklich?

Beim Green Friday geht es uns um mehr als nur unsere Produkte zu vermarkten. Wir wollen einen Prozess des Nachdenkens über Konsum selbst anstoßen, ohne dabei das Kaufen generell zu verteufeln. Wir würden gern wissen, wann es wirklich glücklich macht.

Unsere Idee: wenn wir andere Kaufanreize schaffen als bloß billige Preise, können wir sogar unseren allzu menschlichen Hang zum Kaufrausch in etwas Positives umwandeln. So wollen wir im Kleinen versuchen, Konsum so zu verändern, dass er am Ende uns allen nützt.

Wie du noch in der Woche des Black Friday ein Zeichen setzen kannst

Mit Petitionen kann man so vieles verändern. Und es gibt derzeit einige Themen, wo du mit deiner Unterschrift viel bewirken kannst. Wie wäre es zum Beispiel mit diesen Petitionen?

  • Für 0% Mehrwertsteuer für Second Hand Betriebe: Denn genau diese Läden geben aussortierten Dingen wieder eine zweite Chance. Damit tragen sie zur Müllvermeidung bei und sind ein wichtiger Faktor für Klimaschutz. Doch viele Second-Hand-Läden können sich nicht halten, da steuerliche und gesetzliche Auflagen das nicht berücksichtigen und sie sich gegen Online-Händler und Billig-Läden behaupten müssen. Mit dieser Petition könnt ihr ein nachhaltiges Konsumangebot unterstützen.
  • Für ein Lieferkettengesetz: Mit diesem Gesetz sollten menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten gesetzlich verankert werden. Damit würde die Wirtschaft einen großen Sprung in Richtung Nachhaltigkeit gehen.
  • #Klimaklage: Miriam (15) und Jonathan (17) aus Stuttgart organisieren jeden Freitag Streiks für Klimaschutz. Obwohl sie auch von Wissenschaftlern unterstützt werden, passiert in Deutschland für den Klimaschutz zu wenig. Gemeinsam mit weiteren jungen Menschen und der Deutschen Umwelthilfe wollen sie die deutsche Bundesregierung verklagen.

Die Entscheidung, ob du nun extra am Green Friday einen Kalender kaufst oder extra dann nicht, überlassen wir natürlich dir 😊

Update zu Green Friday

01. Dezember 2020

Freitag war ein spannender Tag für uns, denn wir haben viel Feedback auf unsere Aktion „Green Friday“ erhalten. Unter den zahlreichen positiven Kommentaren und Ideen, wie man als Unternehmen nachhaltig Aktionen wie Green Friday gestalten kann, gab es auch einige kritische Stimmen. Dennoch haben viele Kund:innen die Aktion genutzt, um ebenfalls ein Zeichen zu setzen. Damit können wir 3.550€ an Fridays For Future spenden.

Was hältst du davon?

Hast du weitere Ideen oder Vorschläge, was Unternehmen und Verbraucher:innen für ein nachhaltiges Wirtschaften tun sollen?