Gelb verfärbte Blätter, ein kümmerlicher Wuchs oder wenig Blüten und Früchte zeigen dir: Deinen Pflanzen fehlen Nährstoffe. Neben Wasser und Licht brauchen sie auch viel Stickstoff, Phosphor und Kalium. In Baumärkten und Gartencentern gibt es sie zuhauf: Düngemittel. Viele dieser Produkte sind synthetisch hergestellte Dünger, die schnell wirken. Im nachhaltigen Garten solltest du aber darauf verzichten, weil sie die Böden dauerhaft vergiften können und eher hemmend wirken. Viele Dünger enthalten zum Beispiel eine hohe Konzentration an Uran. Deswegen zeigen wir dir Mittel zum natürlichen Düngen.

Zeig mir deine Unkräuter und du erfährst, welche Nährstoffe deine Pflanzen brauchen

Wenn du wissen möchtest, welche Nährstoffe deine Pflanzen brauchen, solltest du erst mal herausfinden, wie der Boden in deinem Garten beschaffen ist. Einen Universaldünger gibt es nämlich nicht. Um das herauszufinden, helfen sogenannte Zeigerpflanzen. Das sind heimische Wildkräuter wie beispielsweise Löwenzahn, die darauf hinweisen welche Nährstoffe in deinem Boden enthalten sind.

Dafür haben wir dir eine Übersichtstabelle zu Bodenart und Zeigerpflanze erstellt. Daran kannst du ablesen, welche Nährstoffe dein Boden braucht:

Falls du ganz sicher gehen willst, kannst du auch Bodenproben ins Labor schicken. Dann erhältst du eine genaue Analyse deines Gartenbodens.

Welches organische Düngemittel brauchen meine Pflänzchen?

Deinen Boden kannst du mit organischem Dünger versorgen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die wir in einer Tabelle mit Mittel für natürliches Düngen aufgeführt haben.

Stickstoff sorgt dafür, dass die Blätter schön grün und kräftig sind. Phosphor ist wichtig bei der Ausbildung von Blüten und Früchten. Kalium ist super wichtig für die Wurzeln eurer Pflänzlein.

Die sogenannten Pflanzenjauchen sind sehr mild, lassen sich selbst herstellen und sind unsere absoluten Favoriten.

Selbst gemachte Brennesseljauche

Du brauchst:

  • Gefäß aus Holz, Keramik oder Kunststoff (kein Metall!)
  • Ein Tuch oder Holzbrett zum Abdecken
  •  1 kg frische Brennnesseln
  •  10 l Wasser, am besten Regen- oder Brunnenwasser

Bevor du dich an deine Jauche machst, solltest du dir einen Platz überlegen, wo dein Mix die nächsten zwei bis drei Wochen ungestört stehen kann. Die Jauche kann echt stinken, wenn man sie umrührt oder das Gefäß bewegt.
Dann kannst du das Wasser in ein Gefäß füllen, die Brennnesseln darin einweichen und sie mit einem Tuch oder Holzbrett abdecken. Je nach Temperatur setzt der Gärprozess nach ein bis zwei Tagen ein und ist zehn bis zwanzig Tage später abgeschlossen. Steht dein Gefäß in der Sonne, läuft der Prozess schneller ab. Wenn die Jauche aufgehört hat zu schäumen, ist sie endlich einsatzbereit. Die Brennessel kannst du nun herausfiltern und auf den Kompost geben. 

Verwendet wird Brennesseljauche bei Jungpflanzen in einem Verhältnis von 1:20, bei ausgewachsenen Pflanzen 1:10. In eine Gießkanne mit 10 Liter Fassungsvermögen gibst du also 500 ml Jauche bzw. 1 l Jauche und füllst sie dann mit Wasser auf.

Weitere Bio-Düngemittel aus „Abfallprodukten“

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer nachhaltiger Düngemittel, die du ganz einfach aus deinem anstehenden Abfall herstellen kannst.

Kochwasser: jede Menge Nährstoffe

Auch ungesalzenes Gemüsewasser ist ein toller Dünger. Denn beim Kochen gibt das Gemüse viele Nähr- und Mineralstoffe an das Kochwasser ab. Gut geeignet sind Blumenkohl-, Brokkoli-, Kohl- und Spargelwasser, aber auch Kartoffelwasser.

Holzasche: dein Kali-Lieferant

Die Holzasche aus dem Kamin ist reich am Mineralstoff Kali und eignet sich gut für das Wachstum und die Vermehrung von Pflanzen. Besonders Tomaten, Sellerie und Kartoffeln lieben und brauchen Kali. Gib dazu ein Esslöffel Holzasche beim Setzen in jedes Pflanzloch. Beim Düngen von Blumen reicht es, eine dünne Schicht über die Erde des Blumenbeets zu streuen.

Kaffeesatz: Lieferant von Stickstoff, Kalium, Phosphor

Kaffeesatz enthält all diese wichtigen Nährstoffe für Pflanzen. Alles, was du tun musst, ist ihn mehrere Tage zu trocknen, bevor du ihn über die Erde streust und oberflächlich einarbeitest. Dazu gibst du ihn in eine Schüssel und rührst ihn immer dann um, wenn du dran denkst. Nach einiger Zeit wird der Kaffeesatz zu einem feinen Pulver getrocknet sein und ist nun einsatzbereit.

Bei regelmäßiger Düngung kannst du einem Stickstoffmangel vorbeugen. Und das Beste: der Kaffee vertreibt sogar Schnecken! Aber Vorsicht: Zu viel Kaffeesatz kann auch wie eine Überdosierung wirken und dem Wachstum der Pflanzen schaden.

Bio-Bananenschalen: perfekt bei Humusmangel

Wenn deinem Boden Humus fehlt, kannst du die Bio-Bananenschalen (unbedingt Bio! Konventionelle Bananen werden mit Chemiekeulen behandelt, die du nicht in deiner Erde haben möchtest) in ganz kleine Stücke schneiden und oberflächlich in die Erde einarbeiten. Wichtig ist, dass du sie nicht zu tief vergräbst – sonst schimmeln sie nur und nützen dem Boden nicht. 

Alternative: Schneide die Bio-Bananenschalen klein und leg sie in eine Schüssel mit Wasser. Am nächsten Tag kannst du die Bananenschalen rausfiltern und das Wasser zum Gießen benutzen. Zimmerpflanzen sagen zu diesem Gourmetwasser übrigens auch nicht nein. 

Regenwürmer lieben Bananenschalen und lassen dir als Dank feinsten Humus da. Übrigens mögen diese fleißigen Helfer auch Kaffeesatz. 

Kalk: Eierschalen

Sollte deinem Boden Kalk fehlen, kannst du Eierschalen verwenden, um diesen Mangel auszugleichen. Dazu reinigst du die Eierschalen von Eiweißresten und zerstößt sie mit einem Mörser zu feinem Kalkpulver. Dieses streust du einfach auf die Erde – der nächste Gießeinsatz beziehungsweise Regen spült dieses nach und nach zu den Wurzeln.

Willst du weitere Tipps zum nachhaltigen Gärtnern und plagen dich Schädlinge, die du auf natürliche Weise loswerden willst? Dann lies doch mal nach in unserem Blogartikel über nachhaltiges Gärtnern.

Quellen:

Buch „Nachhaltig gärtnern“ (Burkhard Bohne), Utopia, Geo

Bildquelle: Sandra von @holundersache

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