Du hast bisher immer ausgewachsene Pflanzen im Baumarkt gekauft, aber möchtest jetzt anfangen deine Pflanzen selbst aus Samen groß zu ziehen? Dann haben wir hier jede Menge Tipps für Anfänger. In diesem Blogbeitrag geht es aber vor allem um die Erde, die du für Samen verwenden solltest.

Pflanzen ticken eigentlich ganz ähnlich wie Menschen. Je nachdem wie weit sie in ihrer Entwicklung sind, haben sie unterschiedliche Ansprüche an ihre Nährstoffe.

Wenn die Samen keimen, ist die Wurzelbildung ganz entscheidend. Je nachdem in welcher Erde die Keimlinge sitzen, entwickeln sich die Wurzeln.

Anzuchterde für Samen

Anzuchterde enthält weniger Nährstoffe als Blumenerde. Damit eignet sie sich besonders gut für das Wurzelwachstum unserer Keimlinge. Denn bei einem niedrigen Nährstoffgehalt müssen sie ihre Wurzeln nach den Nährstoffen strecken. Dementsprechend entwickeln sie kräftige und gesunde Wurzeln.

Außerdem ist eine hochwertige Anzuchterde steril und somit keimfrei. Das ist wiederum wichtig, weil Keimlinge oft sehr anfällig für Schädlinge und Krankheiten sind.

Blumenerde nur für ausgewachsene Pflanzen

Blumenerde steckt voller Nährstoffe. Jungpflanzen müssen ihre Wurzeln deshalb nicht entwickeln. Du tust dir also keinen Gefallen, Samen in Blumenerde vorzuziehen. Die jungen Pflanzen entwickeln sich langfristig nicht gut und überleben niedrige Temperaturen nicht. Da sich die Pflanze nie anstrengen musste an Nährstoffe zu gelangen, haben sie ihre Wurzeln nie richtig ausgebildet.

Der hohe Stickstoffanteil und die Mineralsalze in der Blumenerde sind für ausgewachsene Pflanzen allerdings ideal.

Pflanzenerde für Bäume und Sträucher

Pflanzerde hat sich in unserem Experiment ebenfalls geeignet, um Samen vorzuziehen. Sie enthält weniger Nährstoffe als die Blumenerde und ist oft mit Ton angereichert. Allerdings wird bei der Pflanzenerde nicht auf Keimfreiheit geachtet, d.h. deine Keimlinge werden mit einer größeren Wahrscheinlichkeit anfangen zu schimmeln. Die Pflanzenerde eignet sich am besten zum Anpflanzen von Bäumen oder Sträuchern.

Bei unserem Test der verschiedenen Erde-Sorten war die Anzuchterde unser klarer Gewinner.

Die Entwicklung der Pflanzen haben wir im Zeitraffer gefilmt:

Egal, für welche Erde du dich entscheidest. Bitte achte darauf, dass sie torffrei ist.

Warum du nur torffreie Erde verwenden solltest

Torf ist ein natürlicher Rohstoff und hat viele positiven Auswirkungen auf Pflanzen. Aber: Um Torf zu gewinnen, müssen Moore trocken gelegt werden. Damit werden wertvolle Ökosysteme endgültig zerstört und klimaschädliches CO2 wird freigesetzt. Mehr zum Thema erfährst du z.B. bei NABU.

Torffreie Anzuchterde selbst herstellen

Du kannst natürlich auch deine eigene Anzuchterde herstellen. Dazu kannst du dir verpackungsfrei Kompost aus der Kompostieranlage in deiner Nähe holen. Zusätzlich benötigst du Sand und Gartenerde.

So sieht die ideale Zusammensetzung der Anzuchterde aus:

  • 1/3 Gartenerde
  • 1/3 Sand
  • 1/3 Kompost

Diese drei Komponenten solltest du gut durchsieben, damit deine Anzuchterde locker und gut durchmischt wird. Da es besonders wichtig ist, dass die Erde keimfrei ist, solltest du sie sterilisieren. Das geht ganz einfach, indem du die Mischung auf ein altes Backblech gibst und für 45 Minuten bei 120 Grad in den Ofen steckst.

Jetzt ist alles keimfrei und die Wahrscheinlichkeit, dass sich später Schimmel bildet, ist viel geringer.

Die ausgekühlte Anzuchterde kann dann direkt zum Einsatz kommen. Bitte dünge deine Keimlinge und die Erde nicht, denn die vielen Nährstoffe würden zu Beginn des Wachstums mehr Schaden anrichten, als Nutzen bringen.